Die 12 häufigsten Fehler, die Mac-Nutzer machen – und wie du sie vermeidest

Wer zum ersten Mal von Windows auf macOS wechselt oder auch als langjähriger Mac-Nutzer – es gibt ein paar typische Stolperfallen, die fast jeder macht. Manche davon kosten Performance, andere Speicherplatz oder einfach nur Zeit. Wir haben die häufigsten Fehler zusammengetragen und zeigen dir, wie du deinen Mac wirklich optimal nutzt.

1. Zu viele Apps beim Start automatisch öffnen lassen

Einer der klassischsten Anfängerfehler: Nach und nach sammeln sich immer mehr Programme in den Anmeldeobjekten an. Das Ergebnis? Dein Mac braucht ewig zum Hochfahren und ist direkt nach dem Start schon ausgelastet.

So räumst du auf: Geh in die Systemeinstellungen, dann auf “Allgemein” und “Anmeldeobjekte”. Hier siehst du alle Apps, die beim Start automatisch geladen werden. Entferne alles, was du nicht wirklich täglich sofort nach dem Hochfahren brauchst. Spotify, Slack und Co. kannst du auch manuell starten, wenn du sie brauchst.

2. Den Schreibtisch als Ablage missbrauchen

Ja, es ist bequem. Einfach alles auf den Desktop ziehen. Aber macOS indiziert jede einzelne Datei auf dem Schreibtisch, was bei vielen Dateien ordentlich Ressourcen frisst. Außerdem wird’s schnell unübersichtlich.

Besser: Nutze die Ordnerstruktur in deinem Benutzerordner. Dokumente gehören in “Dokumente”, Downloads räumst du regelmäßig auf. Der Schreibtisch sollte maximal ein paar aktuelle Projekte beherbergen, an denen du gerade arbeitest.

3. Niemals den Cache leeren oder aufräumen

Dein Mac sammelt mit der Zeit jede Menge temporäre Dateien, Cache-Daten und andere Überbleibsel an. Das kann sich zu mehreren Gigabyte aufsummieren und deinen Speicher unnötig belasten.

Schau mal hier nach: Öffne den Finder, drücke Shift + Cmd + G und gib ein: ~/Library/Caches. Hier kannst du ältere Cache-Ordner durchforsten und löschen. Aber Vorsicht – lösche nur Ordner von Apps, die du kennst, und am besten, wenn die entsprechende App gerade nicht läuft.

4. Apps nur in den Papierkorb ziehen statt richtig deinstallieren

Viele ziehen Apps einfach aus dem Programme-Ordner in den Papierkorb. Das Problem: Jede App hinterlässt Einstellungsdateien, Caches und andere Datenreste im System, die so nicht gelöscht werden.

Die saubere Lösung: Nutze ein Deinstallationsprogramm wie AppCleaner (kostenlos) oder CleanMyMac. Diese Tools finden alle zugehörigen Dateien und entfernen sie komplett. Das spart Speicherplatz und hält dein System sauber.

5. iCloud-Speicher volllaufen lassen ohne zu optimieren

Die 5 GB kostenlosen iCloud-Speicher sind schnell voll. Viele Nutzer ignorieren die Warnungen einfach, bis plötzlich nichts mehr synchronisiert wird – auch nicht die wichtigen Dokumente oder Fotos.

So gehst du damit um: Geh in die Systemeinstellungen zu “Apple-ID” und dann “iCloud”. Hier siehst du, was wie viel Platz verbraucht. Oft sind es alte iPhone-Backups oder tausende Fotos. Aktiviere “iCloud-Fotos optimieren” bei den Fotos-Einstellungen, dann werden Originalbilder in der Cloud gespeichert und auf dem Mac nur verkleinerte Versionen. Das spart massiv Platz.

6. Zu viele Browser-Tabs offen lassen

Chrome und Safari können echte Speicherfresser sein, wenn du 50 Tabs offen hast. Jeder Tab verbraucht RAM, und macOS muss irgendwann anfangen, Daten auf die SSD auszulagern, was alles verlangsamt.

Gewöhn dir an: Tabs, die du nicht aktiv brauchst, zu schließen. In Safari kannst du unter Einstellungen → Tabs einstellen, dass inaktive Tabs nach einer bestimmten Zeit automatisch geschlossen werden. Oder nutze Erweiterungen wie OneTab, die alle Tabs in einer Liste speichern, die du später wieder öffnen kannst.

7. Software-Updates aufschieben

Klar, Updates kommen oft ungelegen. Aber sie zu ignorieren ist keine gute Idee. Neben neuen Features bringen Updates vor allem Sicherheitspatches und Fehlerbehebungen. Ein veraltetes System ist anfälliger für Probleme.

Mach es dir zur Gewohnheit: Einmal im Monat ein paar Minuten Zeit nehmen und alle Updates installieren – sowohl für macOS als auch für deine Apps. Du kannst in den Systemeinstellungen unter “Softwareupdate” auch automatische Updates aktivieren.

8. Den Papierkorb nie leeren

Der Papierkorb ist kein Archiv. Manche Nutzer haben dort Hunderte Gigabyte an Dateien liegen, die immer noch Speicherplatz belegen. Gelöscht ist erst, wenn der Papierkorb auch geleert wurde.

Tipp: Öffne den Papierkorb regelmäßig, prüfe kurz, ob wirklich nichts Wichtiges dabei ist, und leere ihn dann. Du kannst auch in den Finder-Einstellungen einstellen, dass Dateien nach 30 Tagen automatisch endgültig gelöscht werden.

9. Time Machine nicht nutzen oder falsch konfigurieren

Backups sind langweilig, bis man sie braucht. Viele Mac-Nutzer haben gar kein Backup oder verlassen sich nur auf iCloud, was keine vollständige Backup-Lösung ist.

Die Lösung: Schließ eine externe Festplatte an und richte Time Machine ein. Das geht in ein paar Minuten und läuft danach völlig automatisch im Hintergrund. So hast du immer ein vollständiges Backup deines Systems, falls mal was schiefgeht.

10. Spotlight nicht richtig nutzen

Viele nutzen Spotlight nur als einfache App-Suchfunktion. Dabei kann es so viel mehr: Rechnen, Einheiten umrechnen, Dateien finden, Definitionen nachschlagen, das Wetter anzeigen und vieles mehr.

Probier mal: Drücke Cmd + Leertaste für Spotlight und gib ein “15 EUR in USD” oder “23 * 47” oder “Definition Algorithmus”. Du wirst überrascht sein, wie viel Zeit du sparst, wenn du Spotlight richtig einsetzt.

11. Die Aktivitätsanzeige ignorieren

Wenn dein Mac langsam wird, öffnen viele einfach den Browser und googeln nach Lösungen. Dabei hat macOS ein eingebautes Tool, das dir genau zeigt, was los ist: Die Aktivitätsanzeige.

Öffne sie (Programme → Dienstprogramme → Aktivitätsanzeige) und schau unter “CPU” und “Speicher”. Hier siehst du, welche Apps oder Prozesse dein System belasten. Oft ist es eine App, die im Hintergrund durchdreht. Die kannst du dann gezielt beenden und neu starten oder deinstallieren.

12. Externe Festplatten einfach abziehen

Das ist wahrscheinlich der Fehler, der am häufigsten zu Datenverlust führt. Externe Laufwerke einfach abzuziehen, während sie noch schreiben oder lesen, kann Dateien beschädigen oder sogar das komplette Laufwerk unlesbar machen.

Immer daran denken: Rechtsklick auf das Laufwerk im Finder und “Auswerfen” wählen. Oder ziehe das Symbol auf den Papierkorb. Erst wenn das Symbol verschwunden ist, kannst du das Kabel sicher abziehen.

Bonus-Tipp: Lerne die wichtigsten Tastenkombinationen

Wer mit der Maus durch Menüs klickt, verschwendet Zeit. macOS hat dutzende nützliche Shortcuts. Die wichtigsten:

  • Cmd + Leertaste: Spotlight öffnen
  • Cmd + Tab: Zwischen Apps wechseln
  • Cmd + Q: App beenden (nicht nur Fenster schließen!)
  • Cmd + W: Fenster schließen
  • Cmd + Shift + 3: Screenshot vom ganzen Bildschirm
  • Cmd + Shift + 4: Screenshot von einem Ausschnitt
  • Cmd + Shift + 5: Screenshot-Menü mit Optionen

Fazit

Die meisten dieser Fehler sind keine dramatischen Probleme, aber in der Summe können sie deinen Mac spürbar ausbremsen oder zu Datenverlust führen. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Gewohnheiten läuft dein Mac deutlich besser, schneller und zuverlässiger. Nimm dir am besten direkt jetzt ein paar Minuten Zeit und check die Anmeldeobjekte, leere den Papierkorb und richte Time Machine ein, falls du es noch nicht getan hast. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

Hallo, ich bin André, IT-Systemkaufmann und Moderator auf Ideecon.com. Ich arbeite im Bereich Social Media und Webdesign. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, die ihr gern beantwortet hättet, seid ihr herzlich eingeladen, diese in unserem Forum zu stellen.

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